Hallo Staffingpreneur:in,
heute schauen wir uns gemeinsam an, warum der Perm-Reflex im GVP in 2025 mehr über die Krise der Zeitarbeit aussagt als über die Zukunft der Branche.
Seit rund einem Jahr beobachte ich eine Verschiebung im öffentlichen Diskurs der Staffingbranche, die mich zunehmend beschäftigt. Wer Veranstaltungen des GVP besucht, wer Programme, Panels oder Schulungsangebote verfolgt, erkennt schnell ein Muster: Personalvermittlung rückt immer stärker ins Zentrum. Permanent Placement, Direct Search, Retainer-Modelle – Perm wird nicht mehr als Ergänzung diskutiert, sondern implizit als Ausweg.
Die Tonalität hat sich verändert. Nicht offiziell, erst sublim dann explizit. Die unterschwellige Botschaft lautet: Temp ist schwierig. Perm ist die Lösung.
Ich halte diese Entwicklung für problematisch. Nicht, weil Personalvermittlung kein valides Geschäftsmodell wäre. Sondern weil sie aktuell in vielen Fällen aus der falschen Motivation, zur falschen Zeit und mit falschen Erwartungen betrieben wird.
Der strukturelle Druck auf die Zeitarbeit
Man muss den Kontext verstehen, um den Perm-Hype einordnen zu können. Die Zeitarbeit steht seit Jahren unter massivem Druck. Einsatzvolumen, Produktivität und Margen entwickeln sich seit geraumer Zeit rückläufig, regulatorische Rahmenbedingungen wirken bremsend, und konjunkturelle Unsicherheit sorgt dafür, dass Unternehmen Investitionen – und damit auch flexible Personalkapazitäten – zurückhalten.
Die jüngsten Marktzahlen zeigen sehr deutlich: Der Temp-Markt ist so schwach wie seit Jahren nicht mehr. Für viele Häuser ist das operative Tagesgeschäft mühsam geworden, für manche existenziell herausfordernd.

Perm-Reflex im GVP in 2025

