Es ist Ende 2025 – und die Staffingbranche steht erneut im Schatten. Die großen Player berichten über Rückgänge, die sich quer durch alle Regionen und Segmente ziehen.
Die globale Abkühlung, die 2024 begann, hat sich 2025 endgültig festgesetzt. Und wer gehofft hatte, dass das Tal durchschritten sei, wird enttäuscht.
Die Zahlen sind eindeutig:
Robert Half: Umsatz –7,6 %, Gewinn –34 %
Randstad: Umsatz –6 %, Gewinn –22 %
PageGroup: Gross Profit –6,7 %
Hays: Net Fees –8 %
Die Rückgänge sind nicht dramatisch – aber sie dauern an. Und das macht sie gefährlich. Denn der Markt hat längst seine Reserven aufgebraucht.
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Ich sage es offen: Wir stehen mitten in der längsten Durststrecke der europäischen Staffing-Geschichte.
Deutschland im Fokus: Wenn die Großen klein werden
Besonders hart trifft es Deutschland.
Randstad hat angekündigt, von über 350 auf rund 45 Niederlassungen zu schrumpfen. Das ist kein Strategiewechsel. Das ist eine Überlebensmaßnahme.
Die operative Marge reicht nicht mehr aus, um ein flächendeckendes Netz zu finanzieren. Wie sich das auf die Zukunftsfähigkeit der Firma auswirken wird, bleibt abzuwarten.
Auch andere Marktführer ziehen sich zurück:
Adecco konzentriert sich zunehmend auf Key Accounts.
Manpower wächst global leicht, verliert aber in Kontinentaleuropa.
Amadeus Fire meldet für Q3 2025 einen Umsatzrückgang von knapp –23 % und ein negatives Quartalsergebnis.
Das Muster ist klar: Die Fläche stirbt.
Filialstrukturen, jahrzehntelang das Rückgrat der Personaldienstleistung, werden zur Belastung.
Die klassische Zeitarbeit schrumpft in der Breite, während spezialisierte Segmente – Finance, IT, Engineering – sich gerade so behaupten.
Warum diese Durststrecke bleibt
Die Ursachen sind strukturell, nicht zyklisch.
Wirtschaft: Das deutsche BIP stagniert bei +0,2 % – weit unter dem EU-Schnitt von +1,4 %.
Nachfrage: Unternehmen verschieben Projekte, frieren Neueinstellungen ein.
Kosten: Personalkostenquote steigt, Auslastung sinkt.
Technologie: Automatisierte Matching-Systeme machen klassische Recruiting-Leistung austauschbar.
Die Folge: Sinkende Produktivität und schmelzende Margen.
Es gibt keine schnellen Hebel mehr. Wer heute nicht profitabel ist, wird es auch 2026 kaum noch werden.
Contract vs. Perm: Welches Geschäftsmodell gewinnt in Krisenzeiten? Hier erfährst du es:
Der Komet am Himmel
In der Fachpresse liest man von „Herausforderungen“ und „temporären Schwächen“. Ich halte das für Schönfärberei. Der Komet, der die Staffing-Dinosaurier auslöschen wird, ist längst am Himmel. Und er wird einschlagen, wenn 2026 nicht der Aufschwung kommt.
Die Dinosaurier – Randstad, Manpower und Konsorten – sind groß, schwerfällig und strukturell unflexibel. Ihre Fixkosten sind zu hoch, ihre Modelle zu analog, die Provisionssystem nicht attraktiv, ihre Kultur zu träge.
Der Komet, der sie trifft, ist kein Zufall.
Er besteht aus drei Fragmenten: Zinsdruck, Technologiedruck und Nachfrageschwäche.
Nach dem Einschlag: Der Aufstieg der Säugetiere
Doch jedes Ende ist auch ein Anfang. Nach dem vom Kometeneinschlag verursachten Dinosauriersterben kamen die Säugetiere. Sie waren kleiner, schneller, anpassungsfähiger – und sie nutzten die neue Welt, statt gegen sie zu kämpfen.
Im Staffing bedeutet das:
Boutique-Agenturen mit klarer Spezialisierung (Tech, Life Science, etc.) überstehen die Bereinigung
Digital-First-Anbieter wachsen mit skalierbaren Strukturen und neuen Geschäftsmodellen
Community-basierte Marken ersetzen klassische Filialmodelle durch Content-getriebene Approaches
Die neue Stärke entsteht nicht aus Größe, sondern aus Fokus und Geschwindigkeit.
Was jetzt zählt
Fünf Strategien für 2026+:
Fokussierung: Nur noch in profitablen Wachstumssegmenten aktiv sein.
Variable Strukturen: Fixkosten runter, Flexibilität rauf.
Technologie nutzen, statt sie zu fürchten.
Marke schärfen: Weniger Generalist, mehr Spezialist.
Liquidität sichern: 2026 wird das Jahr der Bilanzen. Cash-Flow is Company Killer No. 1!
Fazit
Wenn der Aufschwung 2026 nicht kommt, wird es in der Branche bitter. Aber: Auch das große Dinosauriersterben hat etwas Gutes hervorgebracht – den Siegeszug der Säugetiere.
Die Frage ist nicht, ob der Komet kommt. Die Frage ist, wer danach noch steht.
Wer heute lernt, klein, schnell und anpassungsfähig zu sein, könnte schon bald zu den Gewinnern des neuen Staffing-Zeitalters gehören.
Schreib mir gerne, was du denkst. Ich lebe vom Dialog.
Dein
Thomas André Sola
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