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Hallo Staffingpreneur:in,

Im März hat der Staffingsektor an der Börse einen stillen Rekord erreicht - allerdings keinen guten. 

Die Aktienkurse vieler großer Staffingfirmen sind erneut deutlich gefallen. Einige Titel haben innerhalb weniger Jahre mehr als die Hälfte ihres Börsenwerts verloren. 

Besonders auffällig: Hays plc notiert inzwischen auf einem Allzeittief. Als ich bei Hays in 2006 eingestiegen bin, war der Kurs bei 160 GBP,  vor einem Jahr noch bei 70 GBP und hatte jetzt die 30 GBP Marke erreicht. Und hat in dieser Phase zusätzlich seinen CEO verloren. 

Für investierte Shareholder ist das ein klares Krisensignal. 

Für Finanzkapital ist es vielleicht das Gegenteil. 

“The worse a situation becomes, the less it takes to turn it around, the bigger the upside.” 
— George Soros 

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Oder anders formuliert: 

Wenn ganze Branchen an der Börse unter Druck geraten, beginnt für manche Investoren eine andere Phase. 

Die Erntezeit. 

Zwei Jahrzehnte Staffing - und ein klares Muster

Um die aktuelle Situation einzuordnen, habe ich die Aktienkurse großer Staffingunternehmen über fast zwei Jahrzehnte übereinandergelegt. 

Das Ergebnis ist eindeutig: 

Die Branche bewegt sich in klaren Zyklen (stark abhängig vom Arbeitsmarkt, der wiederum von dem Wirtschaftswachstum abhängt).  

  • 2008: Finanzkrise  

  • 2020: Pandemie  

  • 2021: historischer Peak  

  • seitdem: massiver Abschwung  

Aber der aktuelle Rückgang gehört zu den stärksten der letzten 20 Jahre. Seit den Hochs im Jahr 2021 haben viele Titel zwischen 60 und 80 Prozent an Wert verloren. 

Und entscheidend: Das ist kein regionales Phänomen. 

Sowohl europäische Player wie PageGroup, Randstad und Adecco als auch US-Unternehmen wie Robert Half zeigen dieselbe Grunddynamik. 

Erntezeit…

Wenn der Börsenwert verschwindet

Eine noch deutlichere Perspektive ergibt sich beim Blick auf die Marktkapitalisierung - also den Börsenwert der Unternehmen. 

Seit 2021 hat sich dieser bei vielen Staffingfirmen massiv reduziert: 

Unternehmen 

Marktkapitalisierung 2021 

Marktkapitalisierung heute 

Veränderung 

Randstad 

~€11–13 Mrd 

~€4–5 Mrd 

–60 % 

Hays plc 

~£2,5–3,0 Mrd 

~£0,5–0,7 Mrd 

–75–80 % 

PageGroup 

~£2,0–2,7 Mrd 

~£0,5–0,8 Mrd 

–70–80 % 

Adecco 

~CHF 8–10 Mrd 

~CHF 4–6 Mrd 

–40–50 % 

Robert Half 

~$11–13 Mrd 

~$6–8 Mrd 

–40–50 % 

Während globale Player wie Randstad rund 60 Prozent an Wert verloren haben, sind spezialisierte Anbieter wie Hays oder PageGroup teilweise um bis zu 80 Prozent gefallen. 

Auch US-Unternehmen wie Robert Half zeigen einen deutlichen Rückgang - wenn auch weniger ausgeprägt. 

Der Börsenwert großer Staffingfirmen hat sich damit in wenigen Jahren teilweise halbiert - in einzelnen Fällen sogar geviertelt. 

Was bedeutet das? Während in 2022 HAYS noch mehr als 3 Bio. GBP wert war, so stehen heute als Wertschätzung ein bescheidener Betrag von 600 Mio. - 900 Mio. GBP zu Buche. Insofern ein Investor genügend Verkäufer findet, so ist das Unternehmen also preiswert zu haben. Für eine Pflichtofferte von 30-40% mit Aufpreis und Transaktionskosten hat ein Käufer ca. 600 Mio. GBP aufzuwenden. Bei einem Mitarbeiterbestand von ca. 9500 Mitarbeitenden ist das 70.000 - 80.000 GPB pro Kopf. 

Zum Vergleich. In 2024 hatte Kelly die Firma Motion Recruitment Partners (MRP) (etwas 900 Mitarbeitende) für einen Preis von 425 Mio. USD gekauft. Also einen Preis von 425.000 pro Kopf. 

Siehst Du den Unterschied? 

(Kleine Anmerkung: Die Werte basieren auf Börsendaten und stellen gerundete Annäherungen dar, da sich Marktkapitalisierungen täglich verändern.) 

Und genau hier wird die Private Equity aufmerksam

Mit diesen Zahlen im Kopf beginnt für viele eine ganz andere Analyse. 

Nicht mehr: 

  • „Wie entwickeln sich die nächsten Quartale?“  

Sondern: 

  • „Was ist dieses Unternehmen über einen Zyklus hinweg wert?“  

Private Equity arbeitet dabei mit klaren Bewertungslogiken: 

  • Free Cashflow  

  • Revenue Multiples  

  • EBIT / EBITDA Multiples  

Ein zentraler Wert ist der EV / EBITDA Multiple. 

Bei börsennotierten Unternehmen lässt sich dieser annähern, indem man Marktkapitalisierung und operative Kennzahlen kombiniert. 

Um in unseren Vergleich zu bleiben. Hays bewegt sich im Moment bei ca. 5.000 GBP pro Mitarbeitendem. MRP hatte damals ca. 40.000 USD EBIT / Mitarbeitende. 

Als Reflex sagt der geneigte Leser, ok dann ist Hays als Target nicht interessant, weil ein Investor lieber in MRP ähnliche Deals investiert. Dass ist aber nicht richtig. 

Was Investoren jetzt wirklich sehen

Private Equity schaut nicht nur auf das Gesamtunternehmen. 

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