2026 steht vor der Tür. Nach zwei Jahren Rückgang hoffen viele auf Erholung – aber der Weg bleibt holprig.

Warum das wichtig ist:
Der Staffingmarkt reagiert überproportional auf kleine BIP-Bewegungen. Wer jetzt falsch liegt, zahlt den Preis 2026.

Die Kurzfassung der aktuellen Marktlage:

  • 📉 BIP & Wachstum: 2025 fast Null oder leicht negativ.

  • 💸 Inflation & Löhne: Die Inflation sinkt, Löhne steigen – das stützt die Binnennachfrage, erhöht aber den Druck auf Margen.

  • 🏢 Unternehmen im Stress: Viele sehen 2025 als Krisenjahr. Gleichzeitig zeigt die Beveridge-Kurve: Wir bewegen uns in Richtung Vollbeschäftigung.

  • 📈 Fiskalpolitik: Neue Rentenpakete, Steuerentlastungen, ein Bundeshaushalt 2026 mit rund 525 Mrd. € Ausgaben, der Staat wird zum aktiven Player.

  • 🔍 Staffingbranche: 2026 werden Skills verlieren und andere gewinnen. Gewinner sind vor allem:

    • Öffentliche Verwaltung

    • Bau

    • Defence

    • Energie und ausgewählte Nischen in Life-Science & Tech

👉Dein Takeaway:
Der Staffingmarkt bleibt fragil. Wachstum kommt in Clustern, nicht in der Breite. Wer heute auf Public, Defence, Energie & Lifescience setzt, kauft sich Resilienz für 2026.

Marktlage Dezember 2026: Das Ende der Stagnation?

Der makroökonomische Überblick für Deutschland Ende 2025 zeigt ein Bild der Stagnation oder leichten Schrumpfung für 2025. Nach zwei Jahren Rückgang (mit Prognosen um 0,2 - 0,3 % Wachstum) wird für 2026-2027 eine moderate Erholung von ca. 1,2 - 1,6 % Wachstum erwartet. Die Inflation geht zurück, Löhne steigen leicht, und die Unsicherheit nimmt ab. Das stützt die Erholung. Insgesamt bleibt die aktuelle Lage jedoch angespannt. Viele Unternehmen sehen 2025 weiterhin als Krisenjahr. 

Die wichtigsten Zahlen in 2025:

  • BIP-Wachstum: Nahe Null oder leicht negativ (z.B. ifo Institut 0,2 %, OECD 0,3 %, DIHK -0,5 %).

  • Inflation: Sinkt, was die Kaufkraft stärkt.

  • Löhne: Steigen, was die Binnennachfrage unterstützt.

  • Unternehmen: Fühlen sich weiterhin unter Druck, viele sehen 2025 als drittes Krisenjahr.

  • Beveridge-Kurve: Zeigt eine leicht positive Entwicklung.

Quelle: Beveridge-Kurve. Ergänzende Ausarbeitungen basierend auf Daten des Statistischen Bundesamts, Deutsche Bank Research

Diese Kurve zeigt uns auf, ob wir uns in einer Vollbeschäftigung, zyklischer Krise oder strukturellen Krise befinden. Eine niedrige Arbeitslosigkeit mit hoher Vakanzrate ist eine Vollbeschäftigung (Post-Corona 2022). Eine hohe Arbeitslosigkeit gepaart mit einer niedrigen Vakanzrate (d.h. wenige ausgeschriebene Stellen) ist eine strukturelle Krise. Als ich zum Beispiel mein Uni-Studium im Jahr 2006 beendet hatte, war die Wirtschaft in einer Standortkrise, die von der Agenda 2020 gelöst wurde. Gefolgt von einer zyklischen Krise (Eurokrise von 2012 bis 2016), dann Vollbeschäftigung und eine kurze Corona-Krise. Die Bewegung auf der Kurve ist ein Indikator für die Arbeitsmarkteffizienz und damit auch dem Zustand der Wirtschaft. Die Abbildung basiert auf Daten der Deutschen Bank und meinen persönlichen Ergänzungen wichtiger Daten aus 11.2025 (Vakanzrate 1,36 % / Arbeitslosen-quote 6,1 %). Die Anzahl der Erwerbstätigen ist auf 46 Mio. und die Anzahl der offenen Stellen auf 629.936 leicht gestiegen.

Interpretation: Charttechnisch gesehen haben wir uns lange auf der gleichen Stelle aufgehalten. Jetzt bewegen wir uns wieder Richtung Vollbeschäftigung. Nächstes Jahr sollte der Chart weiter nach oben links wandern.

 

💶 Fiskal- und Wirtschaftspolitik nimmt Konturen an

Die wirtschaftspolitische Großwetterlage in Deutschland bleibt komplex – aber sie nimmt zunehmend Konturen an. Der Bundestag hat gleich mehrere zentrale Elemente des Koalitionsvertrags verabschiedet. Besonders erwähnenswert: das viel diskutierte Rentenpaket, das nach den koalitionsinternen Spannungen nun mit 319 Ja-Stimmen angenommen wurde. Neben der Ausweitung der Mütterrente wird damit das Rentenniveau bis 2031 stabilisiert. Dieser Schritt soll politisch Sicherheit geben, eröffnet ökonomisch aber neue Fragezeichen.

Hinzu kommt das bereits zuvor beschlossene Steuerpaket:

  • Pendlerpauschale erhöht,

  • Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie ab 2026 wieder dauerhaft bei 7 %,

  • weitere Entlastungen für Haushalte und Unternehmen.

Der Bundesrat muss am 19. Dezember noch zustimmen. Die Länder fordern Ausgleichszahlungen für Mindereinnahmen. Es bleibt also spannend, ob hier erneut politisches Tauziehen auf die wirtschaftliche Planbarkeit durch-schlägt.

Der verabschiedete Bundeshaushalt 2026 setzt darüber hinaus den finanzpolitischen Rahmen:

👉 525 Mrd. € Ausgaben bei

👉 180 Mrd. € Neuverschuldung (davon 98 Mrd. € im Kernhaushalt).

Das ist, wie ich im letzten Newsletter bereits betonte, ein weiterer Baustein der fiskalischen Keynes-Wende – allerdings mit einem klaren Preis: Wir erkaufen uns Stabilität durch Schulden. Und die Frage wird sein, ob diese Mittel tatsächlich in der Realwirtschaft ankommen.

 

📊 Konjunktur zeigt positive Impulse – aber Vorsicht bei Interpretation

Erfreulich sind die letzten vorliegenden Zahlen:

  • Auftragseingang: +1,5 % (bereinigt um Großaufträge immer noch +0,5 %)

  • Industrieproduktion: +1,5 %

Das ist bemerkenswert, denn die Industrie hatte im letzten Quartal spürbar geschwächelt. Der Großauftrag im „sonstigen Fahrzeugbau“ (u. a. Militär-fahrzeuge) verzerrt das Bild zwar etwas, aber selbst ohne diesen Faktor gibt es eine leichte Bodenbildung. Wie ich bereits in der November-Marktlage geschrieben hatte: Die Industrie ringt um Stabilisierung. Solche Datenpunkte sind also wichtig, um diese Trendwende zu erkennen.

Auch bei der Inflation bestätigt sich der Trend:

  • Gesamtrate: 2,3 %

  • Kernrate: 2,7 %

  • Dienstleistungsinflation: 3,5 % (weiterhin hoch) 

 

🔮 Ausblick Wirtschaftswachstum 2026: Positiv, aber gespalten

Der Sachverständigenrat bleibt mit seiner 0,9 %-Prognose für 2026 vorsich-tiger als die großen Institute. Andere, wie die Deutsche Bank, gehen von 1,5 % Wachstum im Jahr 2026 aus, vor allem aufgrund des fiskalischen Impulses. Grundlage für diese Schätzung ist die Hoffnung/Einschätzung, dass die Fiskalpolitik früher und stärker wirken dürfte als vom Rat angenommen.

Besonders spannend ist der Hinweis aus dem Gutachten: Wenn die Mittel aus dem „Sondervermögen Infrastruktur & Klimaneutralität“ tatsächlich zusätzlich investiert würden, wäre der Wachstumseffekt erheblich größer. Doch gemäß aktuellem Haushaltsentwurf dienen sie eher zur Schließung von Finanzierungslücken im Kernhaushalt.

Heißt übersetzt: 📌 Der Impuls wäre da – aber er wird nicht voll genutzt.

🔮 Das bedeutet für die Staffingbranche großes Wachstum! Aber nur in einigen Kernbereichen

Die treuen Leser wissen um den Zusammenhang von Wirtschaftswachstum – Arbeitsmarktwachstum – und Staffingwachstum. Für 2026 ist ein breites Wachstum nicht zu erwarten, sondern v.a. ein Wachstum in den Bereichen, die das Sondervermögen betrifft und die ohnehin im Jahr 2025 krisenfest waren.

Alle, die es bereits kennen, können den folgenden Exkurs überspringen: Zusammenhang Wirtschaftswachstum – Arbeitsmarkt – Staffingsektor.

Der Arbeitsmarkt hängt eng von der wirtschaftlichen Entwicklung ab, und die Staffingbranche wiederum direkt vom Arbeitsmarkt. Wenn also das BIP wächst oder schrumpft, reagiert unsere Branche wie ein Verstärker.

Die rote Linie zeigt das BIP-Wachstum – also die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Die blaue Linie zeigt das Wachstum des Staffingmarktes. Und man erkennt sofort: schon kleine Ausschläge beim BIP führen zu großen Bewegungen im Staffingmarkt.


Wenn das BIP um 2 % wächst, kann der Staffingmarkt um 5 % oder mehr zulegen. Die Jahre 2014, 2017 und vor allem 2021/2022 waren echte Boomjahre. Da lief die Wirtschaft stabil, und die Nachfrage nach Staffingdienstleistungen ist explodiert. Die 1,5 % in den Jahren 2026 und 2027 könnten also ein Wachstum von 4 % pro Jahr für die Staffingbranche bedeuten.

Meine Prognose: In 2026 werden wir kein breites Wachstum sehen. Vielmehr werden die Branchen, die bereits in 2025 passabel performt haben und die vom Sondervermögen profitieren, wachsen.

Wen genau das betrifft, können wir dem HAYS Fachkräfteindex entnehmen

  1. Öffentliche Verwaltung

  2. Bau (C&P)

    Weiterhin werden vom Sondervermögen folgende Bereiche Vorteile ziehen:

  3. Defence (mit den stärksten Wachstumsraten von über 30 %)

  4. Energie/Energieausbau

    Ich glaube, die folgenden Bereiche haben dieses Jahr ganz gut performt und werden auch in 2026 weiter performen:

  5. Halbleiterindustrie

  6. Life-Science-Industry

In diesen Bereichen wird mit starken Wachstumskurven im Arbeitsmarkt und daher mit noch stärkeren im Staffingbereich zu rechnen sein. Wir werden also in neue Situation geraten, die wir so noch nicht in Deutschland hatten. Und zwar einen branchenabhängigen Arbeitgeber- und Arbeitnehmermarkt. Das heißt, in manchen Branchen wird es einen Kandidatenmarkt geben, der an 2022 erinnern wird, also Fachkräftemangel und Kandidaten können unter vielen Angeboten auswählen (z.B. Defence). In den anderen Märkten gibt es einen Kundenmarkt, also wenige offene Vakanzen auf viele Stellen.

Aktuell bereite ich einen Deep-Dive-Artikel zum Thema „Auswirkungen von wachstumsstarken Branchen auf die Staffing-Industrie“ vor. Zu lesen gibt es diesen dann auf www.staffingpreneur.de. Gleich abonnieren, damit du es nicht verpasst!

Die Lage in der Staffingbranche

In den Konjunkturindizes der Staffingbranche sehen wir die wirtschaftliche Lage und Erwartung abgebildet.

Quelle: ifo Konjunkturumfragen. Die Zeitreihen beziehen sich auf den Bereich „Personaldienstleistung“ der monatlichen ifo Konjunkturumfrage.

Meine Gespräche mit Entscheider:innen in der Staffingbranche spiegeln sich in den Tabellenkurven wider. Seit Mitte/Ende Oktober verspüre ich Optimismus, was die Erwartungen an die Zukunft angehen – auch höre ich mehr positive News mit neuen Anfragen und Erfolgsnachrichten. Die bestehenden Vertriebsmannschaften sind ausgelastet, der Betrieb wird auf diese Auslastung eingestellt. Es gibt wieder Innovationen und Nachfrage, dies wird auch durch meine Gespräche bei Trusted Partnern (das sind Dienstleister für Staffing-Firmen) bestätigt.

Freiberuflichkeit in Deutschland

Die folgenden Daten stützen sich auf die Datenlage von freelance.de, die meiner Meinung nach richtungsweisenden Charakter besitzt (Stand: 09.12.2025). Allgemeine Tendenz: Der Projektmarkt auf freelance.de zeigt eine zarte Stabilisierung.

Gesamtbild: Deutlicher Rückgang aller Kategorien ab 2022

Die Grafik zeigt einen klaren Trend:

  • 2020–2022: Fast alle Kategorien wachsen

  • 2022–2025: Deutlicher Rückgang – besonders stark in IT

Über alle Kategorien hinweg erkennbar:

  • Peak im Jahr 2022

  • Danach Rückgänge zwischen 20–60 %

Dieser Knick passt zu bekannten Marktveränderungen:

  • Unsicherheit durch Pandemie-Endphase, Inflation, geopolitische Lage (ab 2022)

  • Einstellungsstopps großer Konzerne ab 2023

  • Rückgang klassischer IT-Projekte durch Automatisierung & KI, wie in folgender Tabelle Eindrucksvoll sichtbar wird

Entwicklung der Projekte im Jahr 2025:

Das Jahr 2025 zeigt ein deutlich differenziertes Bild:

Die IT bleibt größter Bereich, aber auf niedrigem Niveau und mit ausgeprägten Schwankungen. Alle anderen Kategorien stabilisieren sich auf moderaten, aber konstanten Linien. Es gibt wenige Anzeichen eines starken Rebounds aus dem Rückgang der Vorjahre.

Informations- und Kommunikationstechnologie (IT)➡ Höchstes Volumen, aber starke Volatilität

  • Januar: ~1.850 Projekte

  • Tiefpunkt April: ~1.375

  • Erholung ab Juni bis Peak Oktober (~1.550)

  • November: erneuter Rückgang (~1.300)

 Ingenieurwesen➡ Zweitstärkste Kategorie, moderat schwankend

  • Bereich pendelt zwischen 600 und 850 Projekten im Monat

  • Kleinere Welle: Peak im Februar & März (~850), Tiefpunkt August (~600)

Sonstige➡ Schwankend ~300–500 Projekten

  • Zunahmen im Sommer (ab Juli) auf über 400 Projekte

 

Zentrale Trends im Freelancing:

  1. Kein echter Aufschwung – eher Stabilisierung nach dem Rückgang 2023/2024. Die Daten zeigen einen „Boden“, aber keine starke Erholung.

  2. IT bleibt volatil, während andere Branchen stabilisieren

  3. Nischen gewinnen an Bedeutung. „Sonstige“ wächst zum strukturellen Trendsetter.

 

Arbeitnehmerüberlassung:

Es tut stellenweise schon weh, sich die Zahlen in der Arbeitnehmerüberlassung anzusehen. Ich habe in diesem STAFFINGPRENEUR-Artikel über das „Sterben der Dinosaurier“ gesprochen. Darin erkläre ich, warum es große Zeitarbeitsfirmen oft so schwer haben, sich an die „Neue Normal“ schnell anzupassen und daher die Gefahr laufen „auszusterben“.

 

Quelle: GVP

Der Schwesterverband GVP berichtet für den Jahresabschluss von einem deutlichen Dämpfer. Die Gründe dafür sind:

1. Beschäftigung in der Zeitarbeit weiter rückläufig

 Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in der Zeitarbeit ist von 561.400 im Juli auf 554.500 im August 2025 gefallen – ein Minus von 1,2 %, im Jahresvergleich sogar –8,5 %. Die saisonbereinigte Beschäftigung schrumpfte im August um 1,0 %, der zweitstärkste Rückgang des Jahres.

  

2. Sonstiger Arbeitsmarkt am Limit

Im Gegensatz zur Zeitarbeit ist der restliche Arbeitsmarkt zwar nominal gewachsen – um 70.866 Beschäftigte (+0,2 %) gegenüber dem Vorjahr – doch so schwach war die Dynamik seit über vier Jahren nicht mehr.

Die klassischen Industrien verlieren an Stärke, während versorgungsnahe und soziale Sektoren stabil bleiben.

Festanstellung:

In der letzten Podcast-Folge von Flurfunk haben Simone Straub und ich darüber gesprochen, ob der Perm-Markt besser oder schlechter performt als vor Corona. Im Folgenden siehst du die Übersicht von Indeed und der Stellenmarktentwicklung seit Beginn der Corona-Krise. Es zeigt sich, dass wir absolut gesehen bei der Entwicklung von Stellenanzeigen im Gesamtmarkt über dem Vor-Corona-Wert liegen.

Jetzt könntest du einwenden, dass es im Jahr 2020 weniger Erwerbstätige gab, und damit auch eine geringere Anzahl an Stellenanzeigen. Das stimmt, aber der Unterschied macht bei (44,86 Mio. Erwerbstätigen in 2020 zu 46 Mio. in 2025 nur 2,5 % weniger aus). Selbst wenn dieser Einwand berücksichtigt wird, bleibt die Aussage gleich.

Abgesehen von der reinen Chart-Dynamik gibt es eine leicht positive Nachricht, nämlich einen kleinen Anstieg und eine Plateaubildung.

Nachfolgend möchte ich eine neue Betrachtungsweise vorstellen. In diesem Fall lassen wir die Corona-Sicht außer Acht und stellen die Daten auf das Wachstum von Jahr zu Jahr um. Der Referenzpunkt ist also nicht die „100“ von Vor-Corona, sondern der Jahresvergleich zum jeweiligen Jahr zuvor.

Es fällt auf, dass wir im Jahresvergleich die Tiefphase 10.2024 - 06.2025 durchschritten haben. Im Jahresvergleich kommt es sogar zu einem moderaten Anstieg. Diesen Aufwind spüren einige von euch schon seit Oktober, je nach Skillbereich und Branche.

Welche Skillbereiche im Perm betrifft das?

 

 

Die Engineering-nahen Positionen zeigen ein einheitliches Bild und performen ordentlich mit Anstiegen im letzten Monat. Installation & Maintenance und Produktion & Herstellung hatten ein Hoch und performen noch am stärksten. Im Bereich Civil-Engineering kam es zum Anstieg.

 

 

Die Skills im Bereich Finance haben sehr stark performt, sind aber in diesem Jahr unter Druck geraten. Aber in den letzten zwei Monaten kam es auf ganzer Breite zu einem Anstieg.

Der Phönix der Branche, der IT-Bereich, mit seinem absoluten Absturz, getrieben von KI/AI. SW-Dev minus 40 % zum Vor-Corona-Niveau. Nur Sys-Dev und Solutions können sich noch vage behaupten. Der Bereich Data mit einem kleinen Anstieg.

Meine Sammelkategorie Backoffice und Sales ist mit Sicherheit der zweitschwächste Bereich im Moment. HR als Frühindikator weiter auf Abschwung und jetzt auf Vor-Corona-Niveau. Alle Bereiche können aber einen kleinen Zuwachs verbuchen.

Zusammenfassung & Fazit: Ist 2025 das Jahr, das als härtestes Staffingjahr bislang in die Geschichte eingehen wird?

2025 war für die Staffingbranche ein schwieriges Jahr – vielleicht das prägendste seit langem. Zwei Jahre Rezession, geopolitische Unsicherheiten, Druck auf Margen, Insolvenzen und ein deutlicher Rückgang der Beschäftigtenzahl in unserer Branche (–20 % in 24 Monaten). Und trotzdem: Wir haben unsere Rolle als Lebenslinienveränderer und Getriebeöl der deutschen Wirtschaft weiter geschärft.

Makrobild: Ende der Stagnation in Sicht

Volkswirtschaftlich bleibt 2025 ein Jahr der Null-Linie: BIP nahe Null Prozent, Unternehmen im Krisenmodus, aber mit ersten Hoffnungssignalen. Die Inflation geht zurück, Löhne steigen leicht, und die Beveridge-Kurve beginnt sich wieder in Richtung Vollbeschäftigung zu bewegen. Die Fiskalpolitik nimmt Konturen an – mit Rentenpaket, Steuerentlastungen und einem ambitionierten Haushalt 2026. Die Prognosen für 2026 liegen zwischen 0,9 % und 1,5 % Wachstum. Also kein Boom, aber eine reale Chance auf eine Trendwende.

Staffingmarkt: Kein breiter Aufschwung – aber klare Gewinner

Für die Staffingbranche bedeutet das: 2026 wird kein „alle steigen auf“-Jahr, sondern ein selektiver Aufschwung. Die Erfahrung der letzten Jahre bestätigt den Verstärkereffekt: Schon kleine BIP-Ausschläge führen zu überproportionalen Bewegungen im Arbeits- und letztendlich im Staffingmarkt. Diese Ausschläge und Wachstum werden vor allem dort zu erwarten, wo 2025 bereits Resilienz sichtbar war und wo das Sondervermögen wirkt. Das Stichwort „Branchenabhängiger Kandidaten/Kundenmarkt“ wird uns in 2026 prägen:

  • Öffentliche Verwaltung

  • Bau/Construction & Property

  • Defence

  • Energie & Energieinfrastruktur

  • Halbleiter & Industrieprojekte

  • Life-Science & Medizintechnik

Die Marktdaten sind noch nicht stabil, aber lassen uns mit guter Hoffnung das Jahr 2025 versöhnlich abschließen.

2026 wird zum Entscheidungsjahr. Einerseits laufen die Reservetanks vieler Staffingfirmen leer. Wenn sich Wirtschaft und Arbeitsmarkt nicht erholen, droht ein (nachgelagertes) „Großes Sterben“. Andererseits werden diejenigen Unternehmen profitieren, die 2025 genutzt haben, um zu restrukturieren, zu digitalisieren, ihr Geschäftsmodell zu diversifizieren und heute schon im neuen Normalangekommen sind

Die großen Trends sind klar: mehr Digitalisierung & Automatisierung, mehr Datenkompetenz & Predictive Analytics, gleichzeitig ein stärkerer Fokus auf das, was uns einzigartig macht: Beziehungen, Beratung, echte Partnerschaft mit Kunden und Kandidat:innen.

Die Mitarbeiterzahlen in der Branche sind gefallen, aber die Anforderungen sind gestiegen. Wer KI und Daten als Verstärker und nicht als Ersatz des menschlichen Kontakts versteht – ganz im Sinne von „Recruiter + Daten = Dream-Team“ – wird zu den Gewinnern gehören.

Mein Fazit

2025 war ein Umbruchs- und Überlebensjahr für alle Marktteilnehmer. 2026 wird das Jahr, in dem sich entscheidet, wer den Wandel aktiv gestaltet. Der breite Aufschwung lässt auf sich warten, aber die Signale für eine teilweise Erholung sind da – insbesondere in ausgewählten Wachstumsbranchen. Um diese Marktanteile ist der Kampf schon entbrannt. Wenn wir 2030 zurückblicken, werden wir 2025/2026 vermutlich als den Zeitraum sehen, in dem sich die Staffingbranche neu erfunden hat.

Vielen Dank, dass du meinen Newsletter gelesen, gelikt und kommentiert hast. Dein Feedback treibt mich an.

Hast du noch weitere Fragen?

Ich helfe dir gerne mit meinen Marktanalysen, die richtigen Trends zu erkennen und dich zukunftsfähig aufzustellen oder einen Blick auf deine Firma zu werfen.

Wir sehen uns in 2026 und bis dahin wünsche ich dir besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch.

Dein 
Thomas André Sola 

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