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Q1 2026: Warum die Stabilisierung in Q1 uns im Moment nicht hilft, aber trotzdem wichtig für das Geschäftsjahr wird.

Q4 2025 hatte ich als das „ehrlichste Quartal seit Langem“ bezeichnet. 
Nicht, weil es gut war - sondern weil es zum ersten Mal keine Ausreden mehr gab. 

Der Markt fiel nicht mehr. Aber er wuchs auch nicht. 
Keine echte Dynamik. Keine klare Erholung. Nur Stabilisierung auf niedrigem Niveau. 

Die entscheidende Frage war seitdem: 
War das der Boden - oder nur eine Zwischenphase? 

Die Q1-Zahlen zeigten eine Erholung, die ersten positiven Signale waren real. Dann traf der Iran-Konflikt einen Arbeitsmarkt, der gerade anfing aufzuatmen. Die Deutsche Bank hat dazu eine historische Parallele gezogen, die ich sehr treffend finde: Der aktuelle Iran-Konflikt ähnelt dem Golfkrieg 1990/1991. Damals traf ein Ölpreisschok Deutschland mitten in der fiskalischen Expansion der Wiedervereinigung. Das Ergebnis - Wachstum wurde nicht verhindert aber deutlich verzögert. Genau dies erleben wir in Q2. Die Fiskalpolitik gibt Gas. Der Energiepreisschock bremst.  

Daher sprach in meiner letzten Marktlage von einem Hiring-Freeze.  

D.h. der Iran-Konflikt unterbricht/friert die Erholung des Arbeitsmarktes und damit den Aufschwungstrend in Q1 ein. Sobald dieser externe Faktor sich gelegt hat, sollte sich der Q1 Trend fortsetzen.  

Daher ist die Analyse der Q1-Zahlen in 2026 relevant und wichtig. 

Die Stabilisierung ist real - aber sie ist selektiv

Die aktuellen Zahlen und Managementaussagen der großen Player - von ManpowerGroup über PageGroup und SThree bis hin zu Amadeus Fire - zeigen ein klares Bild. 

Q1 2026 / FY 2025 - Vergleich der großen Staffing-Player 

Der Markt stabilisiert sich. Aber er entwickelt sich auseinander.

Und noch wichtiger: Die Unterschiede entstehen nicht mehr durch den Markt – sondern durch die Struktur der Unternehmen. Der Markt fällt nicht mehr - aber er trägt auch nicht 

Beginnen wir mit der Makro-Perspektive. 

ManpowerGroup zeigt als globaler Generalist am deutlichsten, wo der Markt insgesamt steht: 

  • leichtes organisches Wachstum  

  • Stabilisierung in vielen Regionen  

  • aber keine echte Dynamik  

CEO Jonas Prising beschreibt genau dieses Spannungsfeld: Stabilisierung ja, aber in einem weiterhin unsicheren Umfeld, das von geopolitischen und wirtschaftlichen Faktoren geprägt ist. 

Was dabei besonders auffällt: Europa entwickelt sich nicht mehr einheitlich. 

  • Südeuropa (z. B. Italien) wächst  

  • Frankreich stabilisiert sich  

  • Nordeuropa bleibt unter Druck  

Der „eine Markt“ existiert nicht mehr. 

Randstad bestätigt dieses Bild - und macht es noch präziser.

Auch Randstad zeigt in Q1 2026 keine klassische Erholung, aber eine breitere Stabilisierung. Der Konzern wächst organisch um 0,4%, erzielt €5,5 Mrd. Umsatz und berichtet, dass inzwischen 63% des Geschäfts wieder wachsen - nach 50% im Vorquartal. 

Das klingt unspektakulär. Ist es aber nicht. 

Denn bei Randstad sieht man sehr klar, wo die Stabilisierung herkommt: nicht aus einem allgemeinen Marktaufschwung, sondern aus bestimmten Regionen und Segmenten. Operational wächst global um 3%, die USA und Südeuropa laufen deutlich besser, während Nord-/Westeuropa erst beginnt, sich zu stabilisieren. Deutschland liegt noch bei –4%, zeigt laut Management aber erste Erholungssignale - insbesondere in industriellen Teilmärkten. Automotive fällt weiter, scheint aber den Boden zu finden. 

Für mich ist Randstad deshalb ein wichtiger Beleg für die eigentliche Marktlogik 2026: 

Der Markt kommt nicht gleichmäßig zurück. Er kommt dort zurück, wo operative Nachfrage, industrielle Aktivität und schnelle Fulfillment-Fähigkeit zusammenkommen. 

Besonders spannend ist dabei Randstads Digital Marketplace. Im März liefen knapp 600.000 Self-Service-Shifts über die Plattform, bei rund 240.000 monatlich aktiven Nutzern. Im Q&A sprach Randstad sogar von 1,45 Mio. Shifts im gesamten Quartal. Das Management argumentiert, dass Schichten schneller besetzt werden, No-Shows sinken und zusätzliche Nachfrage mit sehr geringen Grenzkosten bedient werden kann. 

Das ist mehr als ein Digitalisierungsprojekt. Es ist ein Hinweis darauf, wohin sich Staffing bewegt: weg von zeitintensiver Vermittlungsaktivität - hin zu schneller, skalierbarer Verfügbarkeit von Arbeitskraft. 

Und genau hier beginnt die eigentliche Trennlinie: Nachfrage allein reicht nicht mehr. Entscheidend ist, wer sie schnell, verlässlich und profitabel in Besetzung übersetzen kann.

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Der eigentliche Engpass: Conversion

Während Manpower die Makrolage beschreibt, zeigt PageGroup sehr präzise, wo der Markt aktuell bricht. 

CEO Nick Kirk macht deutlich:  

Der Engpass liegt nicht primär in der Aktivität, sondern in der Conversion. 

Prozesse laufen. Interviews finden statt. Angebote werden gemacht. 
Aber sie führen deutlich seltener zu tatsächlichen Einstellungen. 

Der Bruch liegt am Ende des Funnels. 

Das ist eine entscheidende Verschiebung. 

Früher galt: 

Mehr Aktivität = mehr Umsatz 

Heute gilt: 

Mehr Aktivität ≠ mehr Abschlüsse 

Und genau das erklärt, warum viele Unternehmen trotz stabiler Pipeline nicht wachsen. 

Mehr Effizienz reicht nicht mehr

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